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Luftdicht bauen - wozu das Ganze?

Luftdichtheit ist ein Qualitätskriterium, das der Gesetzgeber schon seit Jahrzehnten fordert. Es gibt viele gute Gründe, luftdicht zu bauen. Unterm Strich werden auf diese Weise nicht nur laufende Kosten reduziert. Zusätzlich wird so ganz erheblich zur Wertsteigerung und Nachhaltigkeit einer Immobilie beigetragen. Die wichtigsten Gründe finden Sie im Folgenden:
 
Energie- und Kostenersparnis
Durch eine undichte Gebäudehülle geht im Laufe eines Jahres Wärmeenergie in großen Mengen verloren. Durch undichte Stellen kann kalte Luft von außen eindringen und die erwärmte Raumluft ungehindert entweichen. Eine luftdichte Gebäudehülle hilft somit auf Dauer, Heizkosten zu senken und damit bares Geld zu sparen.
 
Schutz vor Bauschäden wie verdecktem Schimmel
In grundsätzlich luftdichten Gebäuden verursachen bereits kleine Undichtheiten außerdem ein bauphysikalisches Problem: Warme Luft kann viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Strömt nun die auf 20 °C erwärmte Raumluft durch eine Fuge oder einen Riss in der Konstruktion, kühlt sie auf ihrem Weg nach außen ab und kann deshalb einen Teil ihrer Feuchtigkeit nicht mehr halten. Durch eine 1 mm breite und 1 m lange Fuge in der luftdichten Ebene können in der kalten Jahreszeit durch Konvektion bis zu 800 g Wasser in die Konstruktion gelangen. Dies kann schnell sehr unschöne Folgen haben, zum Beispiel eine durchnässte – und damit unbrauchbare – Wärmedämmung, Schimmel und im schlimmsten Fall Hausschwamm.

Gesundes Wohnklima ohne Schimmel und Schadstoffe
Wenn sich während der Bauphase oder später (wie oben beschrieben) Schimmelpilze in der Konstruktion ansiedeln, kann sich das Wohnklima durch undichte Stellen sehr schnell in eine Gesundheitsbelastung verwandeln. Zum einen sind Schimmelsporen oft gar nicht sichtbar, insbesondere wenn sich der Schimmelpilzbefall nur innerhalb der Zwischensparren-Dämmung im Dachgeschoss abspielt. Zum anderen können die Sporen durch Winddruck in die Raumluft gelangen, ebenso wie Fasern aus der Dämmung, Staub, Abgase, Pollen oder auch Rauch. Das Vermeiden von Zugluft hat also viele praktische Vorteile.

„Es zieht“ – mit Leckageortung zu mehr Wohnkomfort
Kalte Füße, steifer Nacken – Wohnkomfort fühlt sich anders an. Abhilfe kann hier eine sogenannte Blower-Door-Messung (nach DIN 13829) schaffen. Mit diesem Differenzdruck-Messverfahren werden Lecks in der Gebäudehülle gezielt aufgespürt und dokumentiert, so dass Abdichtungsmaßnahmen ergriffen werden können. Damit gehört unangenehme Zugluft der Vergangenheit an.
 
Brandschutz
Einem Feuer schmeckt so ein zugluftfreies Gebäude gar nicht. Schließlich braucht es Sauerstoff, um gut zu brennen – und eben dieser strömt durch eine gut abgedichtete Gebäudehülle kaum nach. Deshalb entwickelt sich in einem luftdichten Gebäude im Brandfall ein Feuer viel langsamer als z. B. in einem undichten Altbau.

Schallschutz
Durch undichte Stellen in der Gebäudehülle strömen nicht nur Zugluft, Schadstoffe und Ihre teure Heizenergie. Offene Risse und Fugen beeinträchtigen zudem die Schalldämmqualität der Bauteile. Deshalb bringt ein wirklich dichtes Gebäude auch mehr Ruhe in Ihren Wohnraum und trägt so zusätzlich zum Wohlbefinden bei.
 
Luftwechsel, Wirkung Lüftungsanlage
In einem zugigen Gebäude können Lüftungsanlagen kaum effizient arbeiten. Umso sinnvoller ist der Einsatz einer Lüftungsanlage, aber in einem sehr dichten Gebäude. Aus dem Passivhausbau sind Lüftungsanlagen praktisch nicht mehr wegzudenken. Zum einen, weil in einem extrem dichten Gebäude die erforderliche hygienische Mindestluftwechselrate durch manuelle Fensterlüftung kaum noch zu gewährleisten ist. Vor allem aber, weil eine moderne Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (z. B. über Kreuzgegenstrom-Wärmetauscher) den Geldbeutel schont, da die Heizenergie nicht einfach zum Fenster hinausgepustet wird.

 

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